Neues Handy lädt nicht – was bei Neugeräten häufig übersehen wird

Ein neues Handy, das nicht lädt – das klingt nach einem Widerspruch. Gerade aus der Verpackung genommen, noch kein Kratzer, noch kein Sturz, noch keine Verschleißerscheinungen. Und trotzdem: kein Ladeblitz, keine Reaktion, oder der Akkustand bewegt sich kaum.

Das passiert öfter als man denkt. Und meistens liegt es nicht am Gerät.

Der Akku ist ab Werk nicht vollständig geladen

Das erste, was viele nach dem Auspacken tun: Kabel rein und schauen, was passiert. Was dabei oft überrascht: Der Akku ist nicht voll. Manche Geräte kommen mit 50 bis 60 Prozent aus der Verpackung, andere mit kaum 20. Das ist kein Defekt, sondern Standard.

Hersteller liefern Geräte mit Teilladung, weil Lithium-Ionen-Akkus bei einem Ladestand von etwa 40 bis 60 Prozent am stabilsten lagern. Vollständig geladen zu transportieren und monatelang im Lager zu halten würde den Akku schädigen.

Was also zunächst wie ein Ladeproblem wirkt – der Akkustand steigt kaum, das Gerät reagiert träge – ist oft einfach ein sehr leerer Akku, der erst mal ein Grundniveau erreichen muss.

Das mitgelieferte Zubehör genauer anschauen

Ein Punkt, der immer wieder für Überraschungen sorgt: Nicht jedes neue Smartphone kommt mit einem Netzteil in der Verpackung. Viele Hersteller – darunter Apple seit iPhone 12 und Samsung seit Galaxy S21 – legen nur noch ein Kabel bei, kein Ladegerät.

Wer das Kabel an einem alten Netzteil vom Vorgängermodell oder einem Fremdadapter betreibt, lädt möglicherweise ohne Schnellladen oder – im schlechtesten Fall – mit zu wenig Leistung für normales Laden. Besonders dann, wenn das neue Gerät USB-C mit Power Delivery unterstützt und das alte Netzteil nur Standard-5-Watt liefert.

Lohnt sich ein kurzer Blick auf die technischen Daten des verwendeten Netzteils: Stimmt die Leistung mit dem überein, was das neue Gerät erwartet?

Schutzfolie auf der Rückseite – das Wireless-Charging-Problem

Wer ein Gerät mit kabelloser Ladefunktion hat und das Wireless Charging von Anfang an nutzen möchte: manche Geräte kommen mit einer Schutzfolie auf der Rückseite, die bei der Ersteinrichtung entfernt werden soll. Diese Folie ist in der Regel dünn und macht beim kabelgebundenen Laden keinen Unterschied – aber sie kann beim kabellosen Laden stören, je nach Dicke und Material.

Klingt trivial, ist aber ein bekannter kleiner Stolperstein bei Neugeräten.

Das erste Einrichten lädt den Akku langsamer

Beim allerersten Start eines neuen Smartphones laufen im Hintergrund intensive Prozesse: System-Setup, App-Downloads, Synchronisierung von Kontakten und Fotos, Indexierung des Speichers. In dieser Phase verbraucht das Gerät deutlich mehr Strom als im normalen Betrieb.

Das kann dazu führen, dass das Handy beim Laden während der Einrichtung kaum Fortschritt zeigt oder der Akkustand sogar kurz sinkt. Das ist normal und kein Zeichen eines Ladeproblems. Nach Abschluss der Einrichtung und einem Neustart normalisiert sich das Ladeverhalten.

Wenn wirklich etwas nicht stimmt

Falls das Handy nach vollständiger Einrichtung, mit passendem Netzteil und ordentlichem Kabel immer noch nicht lädt oder ungewöhnlich langsam lädt, ist ein tatsächlicher Defekt möglich – Neugeräte haben, wenn auch selten, Produktionsfehler.

In diesem Fall gilt: Gerät innerhalb der Rückgabefrist zurückgeben oder umtauschen. Das ist die einfachste und sauberste Lösung. Wer die Frist schon überschritten hat, wendet sich an den Händler oder Hersteller-Support – bei Neugeräten sind Garantiefälle unkomplizierter als bei älteren Geräten.

Den allgemeinen Diagnoseablauf für alle Ladeprobleme findet man im Artikel Handy lädt nicht mehr – was tun?.