Akku altert – wann lädt das Handy deshalb schlechter?

Akkus altern. Das ist kein Defekt, kein Herstellerfehler, kein Pech – das ist Physik. Jeder Lithium-Ionen-Akku verliert mit jedem Lade- und Entladezyklus ein kleines Stück seiner ursprünglichen Kapazität. Das passiert in jedem Smartphone, unabhängig von Marke oder Preisklasse. Die Frage ist nur: ab wann macht sich das beim Laden wirklich bemerkbar?

Die Antwort ist nicht so einfach wie ein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Zyklenzahl. Es kommt darauf an, wie der Akku genutzt wurde – und was man unter „schlechter laden“ versteht.

Was beim Altern im Akku passiert

Lithium-Ionen-Akkus speichern Energie durch das Bewegen von Lithiumionen zwischen zwei Elektroden. Mit jedem Zyklus entstehen dabei mikroskopisch kleine Veränderungen in der Elektrodenstruktur – Ablagerungen, Risse, Veränderungen der Leitfähigkeit. Über hunderte von Zyklen summieren sich diese Veränderungen zu einem messbaren Kapazitätsverlust.

Ein neuer Akku hat 100 Prozent seiner Nennkapazität. Nach etwa 500 vollständigen Ladezyklen liegt ein typischer Lithium-Ionen-Akku bei 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität – das ist der Wert, den Apple als Untergrenze für normale Akkugesundheit angibt. Bei 80 Prozent merkt man den Unterschied im Alltag: kürzere Akkulaufzeit, manchmal langsameres Laden, gelegentlich springende Ladestandsanzeige.

Unterhalb von 80 Prozent werden die Symptome deutlicher.

Wann das Laden konkret schlechter wird

Ein alternder Akku lädt nicht nur kürzer – er lädt oft auch langsamer. Die Ladeelektronik im Gerät erkennt den Zustand des Akkus und passt den Ladestrom an. Bei schlechter Akkugesundheit reduziert das System den Ladestrom automatisch, um den bereits geschwächten Akku nicht weiter zu belasten. Das Ergebnis: das Laden dauert länger als früher, obwohl Kabel, Netzteil und Buchse einwandfrei sind.

Ein weiteres typisches Zeichen eines gealterten Akkus ist ein springender Ladestand. Das Handy zeigt 30 Prozent, man legt es kurz weg – und plötzlich steht es bei 12. Oder es schaltet sich bei 15 Prozent aus, obwohl der Stand noch nicht auf null war. Das passiert, weil die interne Messung der Restkapazität bei gealterten Akkus ungenauer wird. Der Akku gibt nicht mehr gleichmäßig Strom ab, und das System kann das nicht mehr präzise berechnen.

500 Zyklen als Orientierung – aber nur als Orientierung

Die oft genannte Zahl von 500 Zyklen bis auf 80 Prozent Kapazität ist ein Richtwert, kein Gesetz. Wer sein Handy täglich von 20 auf 80 Prozent lädt statt immer von 0 auf 100, schont den Akku messbar. Wer das Gerät bei Zimmertemperatur lädt statt in der Sonne, verlängert die Lebensdauer. Wer Schnellladen nur gelegentlich nutzt statt dauerhaft, tut dem Akku ebenfalls einen Gefallen.

Umgekehrt gilt: häufige Tiefentladungen, dauerhaftes Laden auf 100 Prozent, hohe Temperaturen – all das beschleunigt die Alterung.

Ein Handy, das zwei Jahre intensiv genutzt wurde, kann einen deutlich älter wirkenden Akku haben als ein Gerät, das drei Jahre lang pfleglich behandelt wurde.

Wie man den aktuellen Zustand einschätzt

Den exakten Akkuzustand sieht man bei iPhones direkt in den Einstellungen unter „Akku → Akkuzustand“. Bei Android-Geräten ist das je nach Hersteller unterschiedlich – manche zeigen es direkt an, andere brauchen eine App. Der Artikel zur Akkugesundheit prüfen erklärt den genauen Weg für beide Plattformen.

Wer vermutet, dass der Akku das eigentliche Problem hinter einem Ladeproblem ist, und wissen möchte, ob ein Tausch sinnvoll wäre, findet die Entscheidungshilfe im Artikel Handy reparieren oder nicht.

Ein Gedanke zum Schluss

Akkualterung ist kein dramatisches Ereignis. Sie passiert langsam, gleichmäßig und meistens ohne auffällige Warnsignale – bis das Gerät plötzlich mittags bei 20 Prozent ist, obwohl man es morgens noch voll hatte. Wer das Muster kennt, ist nicht überrascht. Und wer den Akkuzustand im Blick behält, kann rechtzeitig handeln statt erst dann, wenn das Gerät im ungünstigsten Moment den Dienst verweigert.