Akkugesundheit prüfen – so siehst du, wie es um deinen Akku steht

Irgendwann fragt man sich: Liegt es am Kabel, am Netzteil – oder ist es wirklich der Akku? Die gute Nachricht ist, dass man das nicht mehr raten muss. Sowohl iPhones als auch die meisten Android-Geräte bieten inzwischen eine direkte Möglichkeit, den Zustand des Akkus einzusehen. Man muss nur wissen, wo man schauen soll.

iPhone: Akkuzustand direkt in den Einstellungen

Apple hat die Akkugesundheitsanzeige mit iOS 11.3 eingeführt. Der Weg dorthin ist kurz:

Einstellungen → Akku → Akkuzustand und Laden

Dort erscheint ein Prozentwert – die maximale Kapazität. Ein neues iPhone zeigt 100 Prozent. Mit der Zeit sinkt dieser Wert. Apple selbst gibt an, dass eine maximale Kapazität von 80 Prozent oder mehr als normal gilt. Liegt der Wert darunter, bietet das iPhone an, den Akku auszutauschen.

Was viele nicht wissen: Auf derselben Seite erscheint auch die Information, ob der Akku die Peak-Performance unterstützt oder ob das System die Leistung gedrosselt hat, um unerwartete Abschaltungen zu verhindern. Diese Drosselung wurde mit iOS 10.2 eingeführt und sorgte damals für erhebliche Diskussionen – heute ist sie transparent dokumentiert und abschaltbar, was aber auf Kosten der Systemstabilität bei niedrigem Akkuzustand gehen kann.

Ein Wert von 79 Prozent oder weniger ist ein klares Signal dafür, dass das Laden und die Laufzeit nicht mehr der ursprünglichen Leistung entsprechen.

Android: je nach Hersteller unterschiedlich

Bei Android gibt es keine einheitliche Lösung, weil das Betriebssystem von vielen verschiedenen Herstellern auf unterschiedliche Weise angepasst wird. Trotzdem gibt es klare Wege:

Samsung Galaxy: Über die Samsung Members App lässt sich ein Akkudiagnosetest durchführen. Einige Modelle zeigen auch direkt unter Einstellungen → Gerätepflege → Akku einen Kapazitätswert an – je nach Modell und One-UI-Version.

Google Pixel: Unter Einstellungen → Akku → Akkuzustand findet sich ein Hinweis auf den Akkuzustand, allerdings weniger detailliert als bei Apple. Neuere Pixel-Geräte zeigen mehr Informationen als ältere.

Andere Android-Geräte: Hier hilft oft ein verstecktes Diagnosemenü. Auf manchen Geräten öffnet man es über den Telefon-Wählbildschirm mit dem Code *#*#4636#*#* – dann erscheint ein Menü mit Akkuinformationen. Das funktioniert aber nicht bei allen Herstellern zuverlässig.

Wer tiefer gehen will oder kein eingebautes Menü findet, ist mit einer spezialisierten App gut beraten. Was solche Apps messen und was sie wirklich zeigen, steht im Artikel zu Akkudiagnose-Apps.

Was die Prozentzahl wirklich bedeutet

Ein häufiger Irrtum: Die Akkugesundheit von 85 Prozent bedeutet nicht, dass der Akku bei 100 Prozent Ladestand nur noch 85 Prozent Energie hat. Es bedeutet, dass die maximale Speicherkapazität des Akkus auf 85 Prozent des Originalwerts gesunken ist.

Konkret: Ein iPhone, das ursprünglich mit einer Kapazität von 3.227 mAh geliefert wurde und jetzt 85 Prozent Akkugesundheit hat, speichert noch etwa 2.743 mAh – alles andere bleibt gleich. Der Akku lädt also noch auf „100 Prozent“ aus seiner aktuellen Sicht, aber dieser Stand entspricht weniger absoluter Energie als früher.

Das erklärt, warum der Akku kürzer hält, obwohl die Ladeanzeige noch 100 Prozent zeigt.

Ab wann sollte man handeln?

Als grobe Orientierung:

Über 85 Prozent – normaler Bereich, kein Handlungsbedarf. Zwischen 80 und 85 Prozent – der Unterschied ist im Alltag spürbar, aber noch kein dringender Fall. Unter 80 Prozent – Akkutausch lohnt sich, besonders wenn das Gerät ansonsten noch gut funktioniert. Unter 70 Prozent – der Akku ist deutlich erschöpft, Laufzeit und Ladegeschwindigkeit sind merklich beeinträchtigt.

Ob sich ein Tausch für das konkrete Gerät lohnt, hängt auch vom Gesamtzustand des Handys ab. Eine Entscheidungshilfe dazu bietet der Artikel Handy reparieren oder nicht.