Wireless Charging ist praktisch – Handy hinlegen, fertig. Keine Kabel, kein Einstecken, kein Suchen nach dem richtigen Anschluss. Bis es eines Tages einfach nicht mehr funktioniert. Das Handy liegt auf dem Pad, aber der Ladeblitz erscheint nicht. Oder es lädt kurz an und hört dann wieder auf. Oder es hat noch nie funktioniert, obwohl das Gerät laut Hersteller Qi-fähig sein soll.
Die gute Nachricht ist: Kabelloses Laden hat eine überschaubare Anzahl möglicher Fehlerquellen, und die meisten davon lassen sich ohne Aufwand ausschließen.
Liegt das Handy wirklich richtig auf dem Pad?
Das klingt trivial, ist aber tatsächlich der häufigste Grund. Qi-Ladepads haben eine Spule im Inneren, die nur auf einem bestimmten Bereich Energie überträgt. Je nach Pad-Größe und Modell ist dieser Bereich kleiner als erwartet – manchmal nur ein paar Zentimeter im Durchmesser.
Wenn das Handy auch nur leicht versetzt liegt, bricht die Verbindung zusammen oder kommt gar nicht erst zustande. Das passiert besonders nachts, wenn man das Handy im Dunkeln hinlegt und nicht genau sieht, ob es zentriert ist.
Lösung: Handy abnehmen, kurz warten, neu platzieren und diesmal auf die Mitte des Pads achten. Viele Pads haben eine leichte Vertiefung oder eine Markierung – die zeigt genau an, wo das Gerät liegen soll.
Hülle, Karte oder Zubehör im Weg
Eine Handyhülle ist in aller Regel kein Problem für kabelloses Laden – solange sie nicht zu dick ist und kein Metall enthält. Metall blockiert das elektromagnetische Feld der Qi-Spule komplett. Eine dünne Silikonhülle funktioniert problemlos, eine Leder- oder Kunstlederhülle meistens auch. Aber manche Hüllen mit Metalleinlage, integriertem Kartenfach aus Metall oder magnetischen Halterungen können das Laden verhindern.
Dasselbe gilt für Kreditkarten oder EC-Karten, die manche zwischen Handy und Hülle stecken. Nicht nur blockieren sie das Laden – die Magnetstreifen können durch das Qi-Feld beschädigt werden.
Test: Handy ohne Hülle direkt auf das Pad legen. Wenn es dann lädt, liegt das Problem an der Hülle oder am Zubehör.
Das Pad selbst als Fehlerquelle
Ladepadss werden selten hinterfragt, aber auch sie können defekt sein oder schlicht keine ausreichende Leistung liefern. Günstiges Zubehör hält manchmal nicht lang – und ein Pad, das äußerlich intakt wirkt, kann intern bereits ein Problem haben.
Prüfen lässt sich das einfach: Ein anderes Qi-Pad oder eine Qi-fähige Powerbank zum Testen nehmen. Wenn das Handy dort lädt, ist das ursprüngliche Pad das Problem.
Auch das Netzteil des Pads ist relevant: Viele Ladepadss werden mit einem schwachen USB-Netzteil geliefert. Wer das Pad an einem USB-Port am PC oder an einem alten 5-Watt-Adapter betreibt, bekommt möglicherweise zu wenig Leistung für zuverlässiges Wireless Charging. Ein 10- oder 15-Watt-Netzteil macht hier oft den Unterschied.
Wenn das Gerät Wireless Charging grundsätzlich unterstützt, aber nie geladen hat
Nicht jedes Smartphone mit USB-C unterstützt kabelloses Laden. Qi-Ladeunterstützung ist eine separate Hardware-Funktion, die explizit im Gerät verbaut sein muss. Wer unsicher ist, ob das eigene Modell Wireless Charging unterstützt, sollte das in den technischen Daten des Herstellers nachsehen – nicht in allgemeinen Listen, sondern beim spezifischen Modell.
Einige günstigere Mittelklasse-Geräte werben mit USB-C und modernen Features, haben aber keine Qi-Spule eingebaut. In dem Fall hilft kein Pad der Welt.
Kurzschluss durch Feuchtigkeit oder Verschmutzung
Kabelloses Laden reagiert empfindlicher auf Feuchtigkeit als kabelgebundenes Laden – zumindest was die Erkennung betrifft. Wenn das Handy kürzlich nass war oder der Bereich auf der Rückseite feucht oder verschmutzt ist, kann die Qi-Verbindung unterbrochen werden. Kurz abtrocknen und erneut probieren.
Wer grundsätzlich Ladeprobleme einordnen möchte und nicht sicher ist, ob das Problem am Wireless Charging oder an etwas anderem liegt, findet den allgemeinen Diagnoseablauf im Artikel Handy lädt nicht mehr – was tun?.
